August 2024 · 12 Min Lesezeit

Advanced E-Mail Flows: Das Ökosystem das alles zusammenhält

Du hast Welcome, Cart Abandonment und Post Purchase aufgesetzt. Aber das System fühlt sich noch nicht rund an. Kontakte fallen durch das Raster. Manche bekommen doppelte Mails. Andere gar keine. Hier kommen die Advanced Flows ins Spiel – und die Architektur die alles zusammenhält.

Die Flows die das System abrunden

Advanced Flows sind keine "nice-to-have" Features. Sie sind das Sicherheitsnetz das verhindert, dass Kontakte verloren gehen oder die Liste verschmutzt wird. Hier ist die komplette Strategie:

1. VIP Flow

Trigger: Entered VIP Segment (segment-basiert)

Ziel: VIP-Status belohnen, Loyalität stärken

Der VIP Flow ist kein zeitbasierter Flow sondern segment-basiert. Sobald ein Kunde ins VIP-Segment eintritt (z.B. 3+ Käufe oder LTV über X Euro), wird er belohnt:

VIP-Segment Definition: Basierend auf LTV, Bestellanzahl oder Customer Engagement Score. Emailfy Best Practice nutzt Bestellanzahl + Gesamtumsatz als Filter.

2. Re-Engagement Flow

Trigger: 90+ Tage inaktiv (keine Öffnung, kein Klick)

Ziel: Inaktive Kontakte reaktivieren bevor sie in den Sunset kommen

Re-Engagement ist der Schritt vor Sunset. Letzte Chance um Kontakte zu wecken:

Filter: Opened or Clicked Email zero times in last 90 days + Placed Order zero times in last 90 days.

3. Sunset Flow (Der wichtigste Hygiene-Flow!)

Trigger: 180+ Tage inaktiv (keine Öffnung, kein Klick)

Ziel: Inaktive Kontakte sauber aus der Liste entfernen

Warum Kontakte löschen? Weil inaktive Empfänger deine Deliverability verschlechtern. ISPs wie Gmail bewerten wie viele deiner Mails geöffnet werden. Viele ungeöffnete Mails = schlechtere Inbox Placement Rate für ALLE deine Kontakte.

Emailfy Best Practice:

Was passiert mit "Unengaged = True"? Diese Kontakte werden aus allen Flows und Kampagnen ausgeschlossen. Sie bleiben in der Liste (für DSGVO/Compliance), erhalten aber keine Mails mehr.

Wichtig: Der Sunset Flow muss DSGVO-konform sein. Kein automatisches Löschen ohne Einwilligung. Stattdessen: Property setzen und aus allen Flows excluden.

4. Subscription Flows (für Abo-Modelle)

Trigger: Started Subscription / Upcoming Subscription Charge / Cancelled Subscription

Ziel: Abo-Retention erhöhen, Churn verhindern

Subscription Flows sind essentiell für Shops mit Abo-Modell (z.B. Supplements, Kaffee, Rasierklingen). Emailfy Best Practice:

Flow-Architektur: Die unsichtbare Struktur die alles zusammenhält

Einzelne Flows sind nur die Hälfte der Miete. Die andere Hälfte ist die Architektur drumherum. Hier ist was 90% der Shops falsch machen:

1. DSGVO-Filter (Pflicht in JEDEM Flow!)

Jeder Flow muss sicherstellen dass nur Kontakte mit Einwilligung Mails erhalten. Emailfy Best Practice Filter:

Dieser Filter stellt sicher dass nur Kontakte gemailt werden die entweder explizit zugestimmt haben (Newsletter-Anmeldung, Marketing Opt-in) oder bereits Kunden sind (implizites Interesse durch Kauf).

2. Flow-Excludes Matrix (verhindert doppelte Mails)

Der häufigste Fehler: Jemand ist gleichzeitig in mehreren Flows. Ergebnis? Doppelte Mails, Spam-Gefühl, schlechte Performance. Die Lösung: Flow-Excludes.

Emailfy Best Practice Flow-Excludes Matrix:

Regel: Der Flow mit der höheren Kaufwahrscheinlichkeit blockt den schwächeren. So wird sichergestellt dass der Kunde nur den relevantesten Flow erhält.

3. Bounce-Filter (schützt deine Deliverability)

Kontakte mit vielen Bounces verschlechtern deine Sender Reputation. Emailfy Best Practice Filter in JEDEM Flow:

Dieser Filter verhindert dass du weiterhin an Hard Bounces oder kaputte E-Mail-Adressen schickst.

4. Neukunden vs. Bestandskunden Split (in fast JEDEM Flow!)

Neukunden und Bestandskunden brauchen unterschiedliche Ansprache. Neukunden brauchen Onboarding, Trust-Building, USPs. Bestandskunden kennen die Marke bereits und brauchen direkte Kaufanreize.

Emailfy Best Practice Split:

Zusätzlicher Bestandskunden-Schutz in vielen Flows:

So wird verhindert dass Bestandskunden die gerade erst gekauft haben oder in einem anderen Post Purchase Flow sind, nochmal Pre Purchase Mails bekommen.

5. Flow-Wiederholungszeiten (verhindert Flow-Spam)

Flows sollten nicht endlos wiederholt werden. Emailfy Best Practice Wiederholungszeiten:

Regel: Je höher die Kaufabsicht im Flow, desto kürzer die Wiederholungszeit. Checkout Abandonment darf öfter triggern als Browse Collection.

6. Conditional Content & Email-Varianten

Die meisten Flows haben eine Email 6 mit mehreren Varianten (3-6 Optionen). Warum? Weil nicht jeder Kunde den gleichen Einwand hat. Emailfy Best Practice nutzt Conditional Content um verschiedene Inhalte basierend auf Verhalten zu zeigen:

Umsetzung: Entweder via Conditional Content Blocks in Klaviyo oder als separate Emails mit Flow-Splits.

7. Qualitative Feedback Loops (Typeform in jedem Flow)

Das größte Missing Piece in den meisten Setups: Kein Feedback. Man rät warum Kunden nicht kaufen, statt sie einfach zu fragen. Emailfy Best Practice: Typeform-Email in jedem größeren Flow.

Beispiel-Fragen:

Filter für Typeform-Emails: Filled out survey zero times in last 30/90 days (je nach Flow). So wird sichergestellt dass Kontakte nicht zu oft befragt werden.

Was machst du mit den Antworten? Sie fließen in die Einwandbehandlung (Email 6+7) oder in generelle Optimierungen (z.B. häufigster Einwand wird auf der Website adressiert).

8. Rabatt-Eskalation über Flows hinweg

Rabatte sollten über Zeit eskalieren, nicht direkt in Email 1. Emailfy Best Practice Rabatt-Eskalation:

Warum eskalieren? Weil du Kunden sonst trainierst abzuwarten. Wenn der beste Rabatt immer in Email 1 ist, warum sollte jemand früher kaufen?

9. VHC Emails (Value High Content, Text-only)

Nicht jede Email braucht Design. Emailfy Best Practice nutzt VHC-Emails (Text-only, persönlich) an strategischen Stellen:

Warum Text-only? Weil es persönlicher wirkt. Wie eine Mail von einem echten Menschen, nicht von einem Marketing-Team.

7 häufige Fehler die das gesamte System kaputt machen

Selbst mit perfekten Flows kann das System scheitern, wenn die Architektur falsch ist. Hier sind die 7 größten Fehler:

1. Nur Cart Abandonment aufsetzen, Rest ignorieren

Cart Abandonment ist wichtig, aber nur ein kleiner Teil des Funnels. Viele Kunden brechen schon vorher ab (Browse Abandonment, Browse Collection, Active on Site). Wenn du nur Cart Abandonment hast, verlierst du 70% der Opportunities.

2. Keine Neukunden/Bestandskunden-Trennung

Bestandskunden brauchen keine USP-Erklärung oder Über-Uns-Story. Sie kennen die Marke schon. Wenn du beiden die gleichen Emails schickst, verschwendest du Potenzial (Neukunden brauchen mehr Kontext, Bestandskunden brauchen direktere Anreize).

3. Keine Flow-Excludes (doppelte Mails = Spam-Gefühl)

Wenn jemand gleichzeitig im Cart Abandonment UND Browse Abandonment ist, bekommt er doppelt Mails. Das fühlt sich nach Spam an und senkt die Performance beider Flows. Flow-Excludes sind Pflicht.

4. Rabatt direkt in Email 1 (trainiert Kunden abzuwarten)

Wenn der beste Rabatt immer in der ersten Email ist, trainierst du Kunden abzuwarten. Sie lernen: "Wenn ich warte, bekomme ich mehr." Besser: Erst Vertrauen aufbauen, dann Rabatt. Rabatt in Email 3-4, nicht Email 1.

5. Post Purchase = nur Review Request

Review Request ist wichtig, aber Post Purchase ist so viel mehr. Kein Onboarding, kein Cross-Sell, kein Referral, kein Refill, kein Winback. Dabei ist Post Purchase der profitabelste Bereich. Neukunden halten kostet 5-7x weniger als Neukunden gewinnen.

6. Kein Sunset Flow (schlechte Deliverability)

Inaktive Kontakte vergiften deine Liste. ISPs wie Gmail bewerten wie viele deiner Mails geöffnet werden. Viele ungeöffnete Mails = schlechtere Inbox Placement Rate für ALLE Kontakte. Sunset ist kein "nice-to-have", sondern Pflicht.

7. Keine Feedback-Loops (man rät statt zu fragen)

Die meisten Shops raten warum Kunden nicht kaufen. "Vielleicht ist der Preis zu hoch? Vielleicht fehlt Vertrauen?" Dabei könnte man einfach fragen. Typeform-Emails in jedem Flow liefern dir qualitative Einwände die du direkt behandeln kannst.

Fazit: Advanced Flows und die Architektur dahinter machen den Unterschied zwischen einem funktionierenden und einem exzellenten E-Mail System. DSGVO-Filter, Flow-Excludes, Neukunden/Bestandskunden-Splits, Bounce-Filter, Wiederholungszeiten, Conditional Content, Feedback-Loops und Rabatt-Eskalation. Das sind die unsichtbaren Strukturen die dafür sorgen dass kein Kontakt durch das Raster fällt und deine Deliverability sauber bleibt.

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