Pre Purchase Flows: Vom Besucher zum Käufer
Pre Purchase Flows fangen potenzielle Kunden an jedem Punkt ihrer Entscheidungsreise ab. Von der ersten Newsletter-Anmeldung bis kurz vor dem Kauf. Jeder Flow hat ein klares Ziel: Den nächsten Schritt im Funnel auslösen. Hier ist die komplette Strategie, Flow für Flow.
Die Customer Journey im Überblick
Jeder Pre Purchase Flow dockt an einem anderen Punkt im Kaufprozess an. Die Reihenfolge ist wichtig, denn je weiter unten im Funnel, desto höher die Kaufwahrscheinlichkeit und desto direkter darf die Ansprache sein:
- Welcome Flow – Newsletter-Anmeldung (Eintritt ins System)
- Active on Site Flow – Auf der Seite, aber unentschlossen
- Browse Collection Flow – Kategorie angeschaut
- Browse Abandonment Flow – Einzelnes Produkt angeschaut
- Cart Abandonment Flow – Produkt in den Warenkorb gelegt
- Checkout Abandonment Flow – Fast gekauft
- Non-Purchaser Flow – 20 Tage ohne Kauf
Zusätzlich gibt es reaktive Flows wie Back in Stock, Price Drop und Low Inventory. Diese greifen bei speziellen Events.
Wichtig: Jeder Flow muss zwischen Neukunden und Bestandskunden unterscheiden. Bestandskunden kennen die Marke bereits und brauchen weniger Kontext, dafür mehr Kaufanreize.
1. Welcome Flow (8 Emails)
Trigger: Newsletter-Anmeldung (z.B. über Pop-up mit Rabattcode)
Ziel: Ersten Kauf auslösen und die Marke vorstellen
Der Welcome Flow ist der umsatzstärkste Flow in fast jedem E-Commerce Account. Er erreicht Kontakte im Moment des höchsten Interesses. Die Emailfy Best Practice setzt auf 8 Emails mit klarer Eskalation:
- Email 1 (sofort): Rabattcode einlösen (prozentual oder Euro-Betrag)
- Email 2 (Tag 2): Über Uns, Marke, Werte, Socials
- Email 3 (Tag 4): USPs, Bewertungen, Auszeichnungen, Presse
- Email 4 (Tag 6): Rabatt-Reminder "nur noch 24h gültig"
- Email 5 (Tag 8): Qualitative Feedback via Typeform – "Wieso kein Kauf?"
- Email 6 (sofort nach Typeform): Gründer-Nachricht oder UGC/Top-Reviews
- Email 7 (2 Tage später): Rabatt Upgrade oder Special Offer (48h gültig)
- Email 8 (nach 2 Tagen): Last Chance
Split-Logik: Nach Email 1 wird geprüft ob die Mail geöffnet oder geklickt wurde. Falls nein, kommt eine Repeat-Mail: "Dein Willkommens-Rabatt wartet noch."
Typeform-Feedback: Email 5 ist der Schlüssel. Hier fragst du direkt, warum jemand noch nicht gekauft hat. Die Antworten liefern dir Einwände, die du in Email 6 und 7 behandeln kannst.
2. Active on Site Flow (8 Emails)
Trigger: Nutzer ist auf der Seite, hat aber keine Produktkategorie oder Detailseite geklickt
Ziel: Unentschlossene Besucher aktivieren
Der Active on Site Flow hat die exakt gleiche Struktur wie der Welcome Flow, nur der Trigger ist anders. Er fängt Besucher ab, die browsen aber nicht aktiv werden. Perfekt für Traffic aus Anzeigen oder organischen Quellen, bei denen der Nutzer noch unentschlossen ist.
Wichtig: Dieser Flow richtet sich meist an Bestandskunden oder bereits angemeldete Subscriber. Die Inhalte sind daher etwas angepasst (z.B. weniger "Über Uns", mehr Produkt-Highlights).
3. Browse Collection Flow (2 Emails)
Trigger: Viewed Collection (Kategorie angeschaut)
Ziel: Von Kategorie-Interesse zu Produkt-Interesse
Dieser Flow ist kürzer, weil das Interesse schon etwas konkreter ist. Aufbau nach Emailfy Best Practice:
- Email 1 (1,5h später): Bestseller und Vorteile der angeschauten Kategorie
- Email 2 (1 Tag später): Andere Kategorien präsentieren (Cross-Category)
Split-Logik: Neukunden bekommen mehr Kontext zur Marke. Bestandskunden, die in den letzten 25 Tagen nicht gekauft haben und keinen Winback/Refill Flow erhalten haben, bekommen den Flow ebenfalls – aber ohne USP-Erklärungen.
4. Browse Abandonment Flow (7 Emails)
Trigger: Viewed Product (Produkt angeschaut, aber nichts in den Warenkorb gelegt)
Ziel: Produktinteresse in Kaufabsicht umwandeln
Browse Abandonment ist der Schritt zwischen "nur geschaut" und "in den Warenkorb gelegt". Hier greift die klassische Eskalationslogik:
- Email 1 (2h später): Nur Hinweis – "Du hast dir [Produkt] angeschaut"
- Email 2 (22h später): 100% des Produkts vorstellen (Features, Use Cases)
- Email 3 (1 Tag später): Rabatt (prozentual oder Euro-Betrag)
- Email 4 (1 Tag später): Reminder im Support-Stil (Text-only, persönlich)
- Email 5 (2 Tage später): Typeform – "Wieso keine Produkte zum Warenkorb?"
- Email 6 (1 Tag später): 6 Varianten je nach Verhalten (siehe unten)
- Email 7 (20h später): Last Chance Reminder
Email 6 Varianten (Conditional Content):
- Offer Upgrade oder Rabatt verlängern um 24h
- Große Bundles/Sets oder Experten-Tipps highlighten
- Bestseller – "wird häufig auch gekauft"
- Support/Kontaktmöglichkeiten (VHC, Text only)
- Produktbewertungen des angeschauten Produkts
- Weitere Einwandbehandlung basierend auf Typeform-Antworten
Split-Logik: Wie immer: Neukunden vs. Bestandskunden. Zusätzlich wird nach Top-Kategorien vs. restlichen Produkten gesplittet, um relevantere Inhalte zu liefern.
5. Cart Abandonment Flow (7 Emails)
Trigger: Added to Cart (Produkt in den Warenkorb gelegt, aber nicht gekauft)
Ziel: Abgebrochenen Kauf abschließen
Cart Abandonment ist der bekannteste Flow, aber die meisten setzen ihn falsch auf. Emailfy Best Practice nutzt 7 Emails mit klarer Eskalation:
- Email 1 (3h später): Nur Hinweis – "Dein Warenkorb wartet"
- Email 2 (21h später): USPs des Produkts vorstellen
- Email 3 (1 Tag später): Rabatt (prozentual oder Euro-Betrag)
- Email 4 (3 Tage später): Reminder
- Email 5 (2 Tage später): Typeform – "Wieso nicht zur Kasse?"
- Email 6 (1 Tag später): 3 Varianten: Offer Upgrade / Support / Einwandbehandlung
- Email 7 (20h später): Last Chance (nur noch 4h gültig)
Warum nicht sofort Rabatt in Email 1? Weil du Kunden sonst trainierst abzuwarten. Erst Vertrauen aufbauen, dann Rabatt.
6. Checkout Abandonment Flow (7 Emails)
Trigger: Checkout Started (Bezahlvorgang gestartet, aber nicht abgeschlossen)
Ziel: Checkout-Abbruch in Kauf umwandeln
Checkout Abandonment ist die höchste Kaufabsicht im gesamten Funnel. Hier ist der Kunde nur einen Klick vom Kauf entfernt. Die Strategie:
- Email 1 (4h später): Nur Hinweis – "Fast geschafft"
- Email 2 (20h später): Versandkosten, Versand-Service, Zahlungsmethoden, Garantie/Retouren
- Email 3 (3 Tage oder 1h später): Versandkostenfreier Rabatt (wenn Warenkorbwert unter Versandkostengrenze)
- Email 4 (1 Tag später): Reminder im Support-Stil
- Email 5 (3 Tage später): Typeform – "Wieso Kauf nicht abgeschlossen?"
- Email 6 (1-2 Tage später): 5 Varianten: Gründer-Nachricht / USPs+Konkurrenzvergleich / Support / UGC+Reviews / Offer Upgrade
- Email 7 (20h später): Last Chance (nur noch 4h gültig)
Split nach Warenkorbwert: Wenn der Warenkorbwert unter der Versandkostengrenze liegt, wird in Email 3 ein Rabatt angeboten der genau bis zur Versandkostenfreiheit reicht. Darüber? Anderer Incentive oder nur Reminder.
7. Non-Purchaser Flow (3 Emails)
Trigger: 20 Tage nach Sign-Up ohne Kauf
Ziel: Letzte Chance für Erstkauf
Der Non-Purchaser Flow ist der letzte Versuch vor dem Winback. Aufbau:
- Email 1 (20 Tage nach Anmeldung): Konkreten Einwand behandeln (falls Typeform im Welcome Flow ausgefüllt) oder USPs hervorheben
- Email 2 (3 Tage später): Rabatt (prozentual oder Euro-Betrag)
- Email 3 (3 Tage später): Reminder
Split-Logik: Falls im Welcome Flow ein Typeform ausgefüllt wurde, wird der konkrete Einwand adressiert. Falls nicht, generische Einwandbehandlung.
8. Reaktive Flows (Back in Stock, Price Drop, Low Inventory)
Diese Flows reagieren auf spezifische Events und haben meist nur 1-2 Emails:
- Back in Stock Flow: Trigger = Produkt wieder verfügbar. Email 1 sofort, Email 2 nach 2 Tagen falls kein Kauf.
- Back in Stock Registration Success Flow: Trigger = Anmeldung für Benachrichtigung. Email 1 sofort mit alternativen Produktvorschlägen.
- Price Drop Flow: Trigger = Preis gefallen. Email 1 sofort, Email 2 nach 2 Tagen falls kein Kauf.
- Low Inventory Flow: Trigger = Niedriger Lagerbestand. Email 1 nach 15 Minuten mit Urgency-Message.
9. Submitted Search Flow
Trigger: Suche im Shop getriggert
Ziel: Nutzer der sucht, findet (hoffentlich)
Ein unterschätzter Flow. Wer sucht, hat konkrete Kaufabsicht. Email 1 nach 1h 20min: "Bist du fündig geworden?" + dynamische Produktvorschläge basierend auf der Suche.
Die Eskalationslogik: Hinweis → Content → Rabatt → Reminder → Typeform → Einwandbehandlung → Last Chance
Alle großen Pre Purchase Flows (Welcome, Browse Abandonment, Cart Abandonment, Checkout Abandonment) folgen der gleichen Eskalationslogik:
- Hinweis: "Du hast etwas gemacht" – keine harte Verkaufsansprache
- Content: Produkt/Marke vorstellen, Vertrauen aufbauen
- Rabatt: Kaufanreiz setzen (aber erst nach Vertrauensaufbau!)
- Reminder: Rabatt läuft bald ab
- Typeform: Qualitative Feedback-Schleife – "Warum nicht?"
- Einwandbehandlung: Basierend auf Typeform-Antworten oder generisch
- Last Chance: Finaler Urgency-Push
Diese Struktur trainiert Kunden NICHT abzuwarten. Der Rabatt kommt erst nach mehreren Emails mit Mehrwert.
Flow-Excludes: Warum der stärkere Flow den schwächeren blockt
Ein häufiger Fehler: Jemand ist gleichzeitig im Browse Abandonment UND Cart Abandonment Flow. Ergebnis? Doppelte Mails, Spam-Gefühl, schlechte Performance.
Emailfy Best Practice: Der Flow mit der höheren Kaufwahrscheinlichkeit blockt den schwächeren für einen bestimmten Zeitraum:
- Cart Abandonment blockt Browse Abandonment für 2 Tage
- Checkout Abandonment blockt Cart Abandonment für 2 Tage
- Browse Abandonment blockt Browse Collection für 1 Tag
So wird sichergestellt, dass der Kunde nur den relevantesten Flow erhält.
Fazit: Pre Purchase Flows sind das Fundament jedes E-Commerce E-Mail Setups. Sie arbeiten rund um die Uhr und fangen Kunden an jedem Punkt im Funnel ab. Die Emailfy Best Practice: Klare Eskalation, Neukunden/Bestandskunden-Splits, qualitative Feedback-Schleifen und Flow-Excludes. So machst du aus Besuchern Käufer.
Dein E-Mail Marketing Setup checken?
Kostenlose Klaviyo Account-Analyse. Kein Sales-Pitch, sondern ehrliche Empfehlungen.
Kostenlose Analyse starten